Heilen des Selbsturteils - oder das Ende des inneren Richters/der inneren Richterin

28.04.2026

Kennst du diese Stimme in dir, die einfach nie zufrieden ist?

Zu laut. Zu streng. Und ehrlich gesagt: ziemlich schlecht gelaunt.

Wir nennen das oft „Selbstkritik“. 

Aber eigentlich ist es eher ein Selbsturteil. 

Ein Teil von dir urteilt über einen anderen Teil von dir.

Du bist KlägerIn, Angeklagte/r, RichterIn und Gerichtssaal zugleich. 

Kein Wunder, dass sich das anstrengend anfühlt.

Anstatt wie ein integriertes Ganzes zu funktionieren, kämpfen wir gegen uns selbst. Dadurch fühlen wir uns gespalten, ausgelaugt und unglücklich. Genau das Gegenteil, wie wir uns eigentlich fühlen wollen - Ganz. 

Das eigentliche Problem ist nicht dein Verhalten, sondern das Urteil darüber.

Du inhalierst eine Tafel Schokolade.

Was passiert sofort? Du bewertest dein Verhalten und urteilst über dich. 

„Warum mache ich das immer?“

„Ich hab keine Disziplin.“

„Ich sollte anders sein.“

“Typisch ich.”

Der Zuckerschock, die Bauchschmerzen, vielleicht sogar das schlechte Gewissen, das wäre schnell wieder weg. 

Aber so ein Urteil, das bleibt kleben.

Und kostet Energie. Viel Energie.

Die eigentliche Frage ist viel einfacher:

Wie möchtest du dich wirklich fühlen?

Wahrscheinlich nicht schuldig.

Nicht beschämt.

Nicht „nicht gut genug“.

Und trotzdem produzieren wir genau diese Gefühle und zwar sehr zuverlässig, vielleicht sogar täglich und fast schon professionell.  

Ein kleiner Perspektivwechsel

Was, wenn du heute einmal nicht der RichterIn bist?

Sondern einfach auf deiner eigenen Seite stehst. 

Nicht getrennt in Richter, Ankläger und Gerichtssaal. 

Sondern einfach eine Einheit bist. Ganz bist.

Ganzheit bedeutet nicht, dass alles an dir „richtig“ ist.

Sondern dass alles da sein darf.

Und genau dort beginnt echte Veränderung: nicht im Druck, nicht mit Schuldgefühlen, sondern mit Akzeptanz und mit dem Gefühl ganz zu sein. 

Reflexion für dich: 

💫 Welche Seite an mir mag ich am wenigsten und kritisiere ich am meisten?

💫 Gab es Momente, in denen ich genau das nicht getan habe? Warum nicht? Wie hat sich das angefühlt?

💫 Es gibt oft eine Kluft zwischen Realität und negativen Selbsteinschätzungen. Wenn ein guter Freund so über sich denken würde, wie ich manchmal über mich. Was würde ich ihm sagen oder raten?

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“Letting go does not mean to get rid of. To let go means to let be. When we let be with compassion, things come and go on their own.”

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